Montag, 6. Juli 2015

Von der Insel Skye bis Glasgow

Es ist angenehm wärmer geworden. Wir fahren zur A 835 südwärts, denn wir wollen auf die Insel Skye.  Doch bis dahin liegen noch 200 wunderschöne, abwechslungsreiche Kilometer über Hochtäler und Fjordlandschaften mit netten Dörfern, an vielen kleinen und größeren Lochs, die jeweils die Farbe des Himmels annehmen, auf unserem Weg.

Fjordlandschaft im  Nordwesten Schottlands  

Wir besichtigen die Wasserfälle und die Schlucht von Measach, die man über eine Hängebrücke in schwindelnder Höhe überschreiten kann und den schönen, wegen des Golfstromes fast tropischen Garten von Inverewe. Gleich hinter der Brücke zur Insel Skye, am alten Fähranleger ist heute unser Schlafplatz. (N 57° 16`25.8" W 5° 43' 27.3")
Die Schlucht von Measach

Der tropische Garten von Inverewe

Inverewe Garten


Loch Alsh kurz vor der Brücke zur Insel Skye
Die Skye Bridge

Der erste Tag auf der Insel führt uns zum nördlichsten Punkt in Kilmaluag. Es ist eine wunderbare Fahrt am Storr Massiv mit der spitzen Felsnadel "Old Man" vorbei, am "Kilt Rock" einer Felsenwand am Meer, so genannt, wegen ihrer Plisseeform, mit einem Wasserfall direkt ins Meer und zuletzt über eine Single-Track-Road zu einem ganz versteckten Stellplatz mit malerischem Blick über die Bucht.

morgendlicher Blick aus unserem "Wohnzimmerfenster" zum Castle of Lochalsh

Storr Massiv mit dem Old Man

Kilt Rock Wasserfall

Küste im Norden der Insel Skye

Nördlichster Punkt der Insel Skye 
Heute wird im Freien gekocht und sogar ein Kuchen gebacken. Leider bringt der nächste Tag wieder leichten Regen und der Nebel wälzt sich über die Landschaft. Trotzdem wollen wir unbedingt zum West-Kap der Insel, dem Neist Point. Es ist eine Visitor-Scenic-Route mit nur einer schmalen Fahrspur und es sind viele Autos unterwegs. Eine echte Herausforderung für unser doch großes Wohnmobil und seinem Fahrer. Aber es hat sich gelohnt! Der Nebel lichtet sich und die Aussicht ist gewaltig. Nach einer kleinen Wanderung über eine grasbewachsene Anhöhe sehen wir am Felsenende den großen Leuchtturm stehen.

"Koch und Backtag"

Westlichster Punkt der Insel Skye - Neist Point

Leuchtturm am Neist Point

Landschaft auf Skye
Monument Glenfinnen
Petrus meint es  gut mit uns und schenkt uns einen herrlichen Sommertag. Die Insel Skye ist ein echtes Highlight und wir trennen uns recht schwer. Mit der Fähre kommt man in 30 Minuten wieder auf das  "Festland" zurück. Es warten ja noch einige Ziele auf uns. Wieder ist es ein romantisches Plätzchen neben einem Bach, das wir als Schlafplatz finden.(N 56° 51`28.6" W 5° 24`24.4")


Leider ist  heute ein Regentag. Wir machen einen "Fahrtag" daraus und breschen über Loch Lomond bis Glasgow, wo wir uns für die nächsten 2 Tage am Campingplatz einquartieren.

Glasgow, die größte Stadt Schottlands ist geprägt von Industrie mit ihren hässlichen Bauten, aber auch von der viktorianischen Baukunst in der City. BBC hat hier ihren Sitz und wer es sich leisten kann, bezieht eine Wohnung mit Säulen und weißem Marmor in West End.

Glasgows Fußgängerzone

Kathedrale von Glasgow


Jedes dritte Schiff Großbritaniens wurde früher in den rund 40 Werften am Clyde gebaut. Doch dann mußten die Docks schließen und die Arbeitslosenquote schraubte sich auf 35%. Die Wahl zur Kulturhauptstadt Europas im Jahre 1999 brachte frischen Wind in die Stadt und es ging wieder aufwärts. Wie so oft in  großen Städten ist es das Beste, man setzt sich in einen der Sightseeingbusse und bekommt auf bequeme Art einen guten Eindruck der Stadt.


Straßenmusikanten in der Fußgängerzone

Ausstellungs und Veranstaltungszentren von Glasgow


Sonntag, 5. Juli 2015

Schottlands Norden

Gleich vorweg: Nessi haben wir nicht gesehen, nur viele Touristen!

Eine 39 km lange, schöne Panoramastrasse führt am Loch Ness entlang. Der See ist bis zu 230 Meter tief und das größte britische Süsswasserreservoir. Natürlich werfen auch wir immer wieder einen wachsamen Blick auf die Wasseroberfläche, sehen aber nur Ausflugsboote. Am Ende des Sees, kurz vor Inverness warten viele Freizeitkapitäne vor den Schleussen des Kanales, um wieder auf das offene Meer zu kommen.
Urquhart Castle am Loch Ness

Im Caledonischen Graben, einem gewaltigen schnurgeraden Spalt, der vor 380  Millionen Jahren durch Landverwerfung entstand, wurde 1803 der Caledonische Canal gebaut.

Inverness umfahren wir, um uns das Schlachtfeld von Culloden Batterfield anzusehen. Hier passierte 1746 der tragische Untergang der Highland-Clans gegen die englische Streitmacht des Herzog von Cumberland. Innerhalb von nur 1 Stunde starben über 1200 Menschen, was den Schotten noch heute auf der Seele lastet.

Auf der nahen Insel Black Island (sie ist übrigens sehr grün) im Hafenstädtchen Cromarty sehen wir riesige Ölterminals und Bohrplattformen. Hier übernachten wir wieder direkt am Wasser. ( N  57° 40`56.2" W 4° 02`009" )
Bohrtürme in der Crommarty Bay

Noch ist das nördlichste Ziel unserer Reise nicht erreicht. Zurück zur A9, circa 100 km weiter, vorbei an  Ginster bewachsenen Nordseehängen steht das  Märchenschloss Dunrobin Castle, stolz und erhaben oberhalb der Küste. Dieses nördlichste Highlandschloss hat 189 Zimmer, wovon man viele besichtigen kann. Leider ist das fotografieren auch hier wieder verboten. Nur Fotos des wunderschönen und akribisch angelegten Gartens sind erlaubt. Wenig später finden wir im  Hafen von Helmsdale wieder unseren Schlafplatz.
( N 58° 0654.0" W 3° 39`02.3" )
Das hübsche Städtchen Dornoch
Dunrobin Castle


Bis zum nördlichsten Punkt Schottlands  in John o' Groats und zum Leuchtturm am Duncansby Head sind es nur noch 88 km. Atemberaubende Steilküsten mit zerklüfteten Felsnadeln und tausenden von nistenden Möven, dazu noch Sonnenschein und keine stürmischen Winde - Herz was willst du mehr?
John o' Groats, ein Holländer, kam 1496 hierher und gründete die erste Fährverbindung zu den Orkney Inseln. ( N 58° 38`37.8"  W 3° 01`37.1" )

Blick auf die "Staks" von Dunscansby

Wir sind nun genau 1 Monat unterwegs und haben die Nordküste Schottlands erreicht. Der Norden ist wenig besiedelt, wild, zerklüftet und im Westen gibt es mooriges Hochland mit glatt  geschliffenen Bergen.


Sonnenuntergang an Schottlands Nordküste

Schottlands zerklüftete  Nordküste

Mitten drin in dieser Idyle steht der älteste Brüter (Atomreaktor) der Welt aus dem Jahre 1955, der aber 1998 stillgelegt wurde. Lange Zeit gab es keine Busverbindung zur Nordküste, weil man feststellte, dass die Sitze der Busse verstrahlt waren. 1977 kam es zu einer Explossion, bei der radioaktives Material in den Boden gelangte. Langfristig ist hier ein Lager für radioaktive Abfälle geplant. So schön die Landschaft auch aussieht, hier wollen wir rasch weiter.

Ältester Atomreaktor der  Welt aus dem Jahre 1955  (jetzt stillgelegt )

Zwei mächtige Fjorde haben sich in das Land "eingefressen" und Traumbuchten mit wunderschönen Sandstränden liegen zwischen steilen Felsenwänden versteckt. Im kleinen Dörfchen Balnakeil, wo sich etliche Künstler niedergelassen haben, finden wir heute unseren schönen, aber windumtosten Nachtplatz.
Die Smoo Cava Bucht mit ihren versteckten Höhlen


Das große Gebiet von North-West-Sutherland wieder in Richtung Süden ist kaum bewohnt. Links und rechts der meist "Single Track Strasse" sieht man immer wieder Rotwild ganz nahe am Strassenrand. Hier erinnert uns alles an Norwegen und Schweden. Das Verkehrsaufkommen ist nur sehr gering und so kann auch der Fahrer seinen Blick schweifen lassen.

Blick über das Hochland von North-West-Sutherland

Im Hafenstädtchen Ullapool nehmen wir einen schönen CP Platz direkt am Fjord und wiedereinmal gibt es Fish and Chips.


Wieder einmal gibt es Fish and Chips
Reicher Fang in Ullapool 



Dienstag, 30. Juni 2015

Whisky und Nessi

Unsere Tour geht nun straff nordwärts, wir brausen durch Wiesen und Felder, nehmen den schon lieb gewonnen Costal Trail und machen Station nahe Fraserburgh. Trotz leichtem Regen (es ist nur "flüssige Sonne") nehmen wir am nächsten Tag die Küstenstrasse mit ihren Schluchten und Höhlen und zur Zeit wunderschönen Ginsterwiesen. Der Landstrich war ideal für das damalige Schmugglergeschäft und wird heute öfter als Filmkulisse verwendet.

Die Cruden Bay an der Ostküste
Unser Schlafplatz bei Fraserburgh an der Ostküste

Kaffepause mit Fahrtbesprechung
Schmugglerküste bei Pennan leider bei Regen

Doch eine Schottland-Reise ohne Besuch zumindest einer Whisky-Destillery mit anschließender Verkostung geht natürlich gar nicht und natürlich gibt es auch einen Whisky Trail, wo sich eine Destillery an die nächste reiht. Dufftown ist das Zentrum des schottischen Malt-Whiskys. In alten, meist  spanischen und amerikanischen Weinfässern aus Eichenholz, wo vorher Sherry oder Bourbon-Wein gelagert wurde, wird der junge Whisky mindestens 10 aber auch viel längert gelagert. Die goldene Farbe und der besondere Geschmack kommen ausschließlich aus dem Holz der Fässer. Manchmal werden diese innen auch ausgebrannt, damit sie den leicht rauchigen Geruch annehmen. Nach der deutschsprachigen Führung bekommen wir 4 verschiedenen Sorten zum Verkosten und verfallen kurz dem Whisky Kult. Gut, dass der Weg zum Wobi nicht weit ist. Unser Free Car Park Platz ist direkt in Dufftown  ( N 57° 26' 44.3"  W 3° 07' 37.2")

Die "Hauptstadt" des  Malt-Whiskys  Dufftown

Unser Whiskyguide

 Whisky Destillery

Hier lagern die Whiskyfässer viele Jahre

Whiskyverkostung
Laut Internet wird das Wetter heute sonnig, daher fahren wir in das Wintersportgebiet im Glennmore Forest Park rund um den Cairn Gorm (1245 m) auf den eine neue Standseilbahn führt. Ein spektakulärer Panoramablick auf die Bergwelt und tiefer unter uns auf Loch Morlich belohnt uns dafür. Da die Temperatur mit 7° zum Übernachten für uns doch recht kühl ist, rollen wir wieder ins Tal und nehmen den wunderschönen Wanderparkplatz am Loch Laggan.
(N 56° 57' 06.2" W 4° 29' 47.1")


Die Schiregion  des Cairn Gorm Montain

Eine neue Standseilbahn in das Schigebiet

Blick aus unserem "Wohnzimmerfenster"

Staudamm am Loch Leggan
Ein Hochradtourist am Caledoniacanal

Nur 66 km weiter beginnt der wohl bekannteste aller schottischen Seen Loch Ness. Gleich am Anfang des Lochs nehmen wir wieder einmal einen Campingplatz mit den üblichen riesigen Stellflächen für jedes Mobil, denn es ist Zeit zum Wäsche waschen.


Dienstag, 23. Juni 2015

Von Edinburgh nach Aberdeen

Es weht ein starker Wind. Aber das hat auch den Vorteil, dass alle Wolken verblasen werden und der blaue Himmel zum Vorschein kommt. Das trifft sich gut, denn wir wollen wieder zur Küste.

Zuerst geht die Reise über die imposante Forth Road Bridge, die die Bucht des Firth of Forth überspannt. Bald sind wir an der Küste und fahren die Touristenroute des Fife Coastal bis
St. Andrews, der Welthauptstadt des Golfsports.

Brücke über die Bucht des Firth of Forth   

Auch wenn sich heute alles nur noch um Golf dreht, ursprünglich war die Stadt ein religiöses Zentrum mit der ältesten Universität Schottlands. Majestätisch auf einem Felssockel an der Küste steht die Ruine des St. Andrews Castle, gleich nebenan die Cathedrale aus dem 12. Jahrhundert.
Das ehemals gigantische Bauwerk (mit 31 Altären) kann man heute nur noch erahnen.
Doch Golf beherrscht zur Zeit das Stadtbild. Einst wurden hier die Golfregeln festgelegt und noch heute wird hier bei Golf-Streitfragen Recht gesprochen. Wieder finden wir einen herrlicher Stellplatz zwischen Golfplatz und dem Meer. (N 56°21'38.3" W 2° 48`47.0")

Cathedrale von  St. Andrews aus dem 12. Jahrhundert

Zuschauertribühne für das kommende Golftunier

Genug vom Golf, wir wollen in die Berge. Zuerst geht die Reise nach Dundee, der viertgrößten Stadt Schottlands an der tiefen Bucht des Firth of Tay gelegen. Wir durchqueren die dynamische Stadt am Tay und nehmen die Schnellstrasse nach Perth. Auf dem Weg zum Loch Tay ist viel Orkanbruch des Waldbestandes zu sehen. Auf der A827 rollen wir den riesigen See, der uns sehr an Norwegens Fjordlandschaft erinnert, entlang und machen Station bei den Stromschnellen von Killin.

Stromschnellen von Killin

Das Wetter ist bedeckt und kühl geworden, aber immerhin regnet es nicht. 37 km weiter am See entlang finden wir am Free Car Parkplatz ganz zentral im Örtchen Aberfeldy, aber trotzdem ruhig, unseren heutigen Schlafplatz. ( N 56° 37`12.5"  W 3° 51`42.0")

Obwohl nur auf 620 Meter Meereshöhe erinnert uns diese Hochmoorlandschaft wieder an skandinavische Fjells. Doch zuerst fahren wir am Loch Tummel entlang und halten am Queens View, wo man von einer Kanzel herab einen traumhaften Ausblick auf Loch Tummel hat. Angeblich der Lieblingsblick der Queen (Schloss Balmoral ist nicht mehr weit). Es gibt einige Schilifte und im Winter ist hier sicher viel los.

Queens View über dem Loch Tummel

Glenshee Ski Area

Schloss Balmoral kostet doppelt soviel Eintritt wie die meisten anderen sehenswerten Castels, aber man kann nur einen sehr kleinen Teil davon sehen und so schenken wir uns diese Besichtigung und schauen uns lieber einige der anderen sehr anschaulichen Castels an. Unser Schlafplatz ist wieder ein Free Car Platz in Ballatar. (N 57° 02`54.2" W 3° 02`28.3")

Heute ist "Castle-Tag". Wir nützen unseren Heritage Trust Ausweis, den wir ja schon in England gekauft haben und besichtigen 3 Schlösser am Weg nach Aberdeen, am sogenannten Castle Trail im königlichem Deetal.

Als erstes Castle Craigievar, eine wilde Mischung aus Festungsanlage und Lustschloss.Die Wendeltreppen im ganzen Schloss sind so eng, dass der Sarg des verstorbenen Besitzers William Forbes über das Fenster abgeseilt werden musste.

Craigievar Castle


Crathes Castle, ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert, mit zahlreichen Türmchen und kleinen Fenstern, aber auch eindrucksvollen Deckengemälden und hübschen Möbeln.

Zuletzt noch Castle Drum aus dem 13. Jahrhundert mit einer sehenswerten Einrichtung, Gemälden und einer alten 5000 Bücher umfassenden Privatbibliothek. Alles wirkte hier sehr wohnlich. Leider darf man im Inneren der Castles keine Bilder machen, Uns gelingen so heimlich 2 bis 3 Bilder.

Drum Castle

Schlossküche  

Blick aus dem Schlossfenster in den schönen Garten

  Einrichtung im Schloss Drum   

Nach weiteren 42 km sind wir in Aberdeen. Seit 1969 östlich der Stadt das erste britische Ölfeld erschlossen wurde, gilt die Stadt heute als "Ölhauptstadt Europas". Wir schlafen heute auf einem großen freien  Platz neben den Resten eines alten Forts mit Hafenblick und am Abend können wir eine Delphinfamilie beobachten. (N 57° 08'29.9" W 2° 03`39.7")

Der Hafen von Aberdeen