Dienstag, 25. Juli 2017

Weiter in den Norden Norwegens 5.Teil

Endlich! Das Wetter war um Mitternacht bis auf ein paar zarte Schleierwolken gut. Wir konnten die Sonne um 12 Uhr nachts noch ein gutes Stück über dem Meer sehen und als sich die zwei Hurtigrutenschiffe vom Norden und vom Süden kommend mit einem kleinen Konzert ihrer Hörner begrüßten, war der Tag perfekt.

Mitternachtssonne in Berlevag

Begegnung der Hurtigrutenschiffe

Viel zu schön und viel zu groß ist das Land, um lange an einem Ort zu verweilen. 57 km geht es wieder zurück, bis wir an der Kreuzung Richtung Lakselv stehen. Doch zuvor müssen wir unbedingt am alten "Tante Emma"-Laden in Kongsfjord vorbeischauen.

Tante Emma Laden in Kongsfjord

Es sind noch 355 km bis Lakselv, dem Zentrum des großen Porsangergebietes. Neben der Esso-Tankstelle gibt es wieder einmal Internet, also machen wir für heute Schluss und haben Zeit für den nächsten Reisebericht.

Am Morgen ist das Wetter nicht gerade berauschend. Trotzdem wollen wir den Abstecher nach Havoysund, das erst seit 1987 auf dem Festland zu erreichen ist, fahren. Hier gibt es den nördlichsten Windpark der Welt. Doch die Gesteinsformationen aus Schiefer haben es uns besonders angetan. Vorbei an Fjorden und über karge Fjelle erreicht man nach 87 km den Ort Havoysund, einen der größten Fischereihäfen der Finnmark.

über Fjelle

vorbei an Fjorden

Die Schieferfelsen vor Havoysund
Wir erfahren am Anleger des Hurtigrutenschiffes, dass hier tonnenweise getrockneter Klippfisch für Afrika abgeholt wird. Am nächsten Tag mussten wir erst einmal die gleiche Strecke zurück, bis wir an der Kreuzung "Nordkap nach Norden - Alta nach Süden - Kirkenes nach Westen" standen.

getrocknete Klippfische werden für Afrika verladen

Wir nehmen die E6 Richtung Alta. Am Nordkap waren wir schon vor vielen Jahren. Es ist 38 Jahre her, seit wir das letzte Mal in Hammerfest waren. Das ist für uns ein Argument, um noch einmal rechts abzubiegen und die Küstenstrasse zu Europas nördlicher Stadt zu nehmen.

Brücke über den Kvalsund nahe Hammerfest

Wir erkennen Hammerfest kaum wieder, soviel wurde inzwischen neu gebaut. Heute ist hier der Heimathafen der größten Trawelerflotte Norwegens. Am Aussichtsberg Salen finden wir bei frischen 6° Celisus einen ruhigen Schlafplatz.
Unser einsames Übernachtungsplätzchen auf Hammerfests Aussichtsberg (das Haus war geschlossen)

Wieder zurück auf der E6 passiert man nach Skaidi das Hochtal Sennelandet, eine öde Tundralandschaft. Am Altaelva, dem angeblich lachsreichsten Fluss der Welt, sieht man immer wieder Fischer mit ihren langen Angeln im Wasser stehen. Ich bekommen bei diesem Anblick schon kalte Füsse.
Tundralandschaft im Hochtal Sennelandet vor Alta 

Wir müssen Gas tanken und die nächste LPG Tankstelle ist über 500 km weiter südlich. Also suchen wir uns direkt am Altafjord unser heutiges Nachtquartier.

Diesel, Gas, Frischwasser dann noch kurz zum Spar, um einiges an Lebensmittel zu kaufen und schon sind wir wieder fit für die Weiterreise. Es sind nur 70 km bis zum Oksfjord und nach weiteren 38 km stehen wir an seinem Ende im kleinen Ort Ystnes mit einem schönen Platz am Meer zum Übernachten.
Oksfjord

wieder ein ruhiges Schlafplätzchen am Ende des Oksfjordes

Der nächste Morgen bringt uns eine Überraschung. Wir sehen einen Elch am Wegrand stehen und an einer jungen Birke knabbern. Ein kleiner Abstecher führt zum Jokelfjord. Hier gibt es den einzigen Gletscher Norwegens, der direkt ins Meer kalbt. Also nichts wie hin!

Bald schon haben wir den blauschimmernden Gletscher im Blickfeld. Doch auch hier hat die Erderwärmung zugeschlagen. Die unterste Gletscherzunge ist sehr klein geworden.
Oksfjordbre  Gletscher

Der nächste Tag ist wieder einmal der E6 gewidmet. Es ist Sonntag und kaum Verkehr. Deshalb sind wir bald in Tromsö, der größten Stadt Nordnorwegens. Heute ist Kaiserwetter. Das wollen wir nützen und mit der Seilbahn auf den Fjellheisen fahren. Die Aussicht von dort oben ist überwältigend schön. Noch ein kurzer Besuch in der Eismeerkathedrale, dann rollen wir über die 1.036 Meter lange Bogenbrücke weiter nach Westen auf die Insel Sommaroy. Über zwei elegant geschweifte Brücken, vorbei an weißen Strandbuchten finden wir unseren Traumplatz für die nächsten 2 Tage.

Bilder am Weg nach Tromsö

Mittagspause am Weg

kurz vor Tromsö

Blick vom Fjellheisen in Tromsö

Weg auf die Insel Sommaröy

Mitternacht auf unserem Traumplatz in Sommaroy

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